Star Wars VII – Das Erwachen der Macht

Cleverer Schachzug von Disney: Teil 7 der Star Wars-Saga verknüpft den Original-Mythos mit neuen Elementen. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Cleverer Schachzug von Disney: Teil 7 der Star Wars-Saga verknüpft den Original-Mythos mit neuen Elementen. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Eine neue Hoffnung: Ab 28. April 2016 ist das Filmhighlight des Jahres auch fürs Heimkino zu haben. Die Couch wird sich anfühlen wie der Pilotensitz eines X-Wing, wenn „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ sämtliche Register des anspruchsvollen Popcorn-Kinos zieht.

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ So beginnt das erfolgreichste Märchen der Neuzeit. Star Wars ist längst viel mehr als andere Filmreihen – ein gelebtes Stück Popkultur, das Generationen verbindet. Der Disney-Konzern sorgt mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ dafür, dass das auch garantiert so bleiben wird …

Kaum zu glauben, dass George Lucas´ Idee „Krieg der Sterne“ (so der deutsche Titel des ersten Teils, als er 1977 hierzulande in die Kinos kam) zunächst abgelehnt wurde. Die Geschichte gab dem Visionär später recht: Star Wars ist ein beispielloser Erfolg in der Filmgeschichte. Nebenbei wurde mit den Lizenzprodukten zur Kinoreihe auch der Geschäftszweig des Film-Merchandisings vom Nischenprodukt zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftsfaktor.

Von Star Trek zu Star Wars

Der Kauf der Marke Star Wars durch den Disney-Konzern war ein Milliardendeal. Das setzte Disney unter Druck: „Star Wars VII: Das Erwachen der Macht“ musste ein Erfolg werden. Auch ohne den geistigen Vater des Weltraum-Märchens, denn George Lucas war raus.

Rein kam stattdessen der bekennende Star Wars-Fan J.J. Abrams, bekannt unter anderem als kreativer Kopf hinter dem direkten Konkurrenzprodukt – Star Trek. Der Regisseur hatte den Mut, die Bürde der Verantwortung für das Mammut-Projekt auf sich zu nehmen. Eine Aufgabe, die das aus der griechischen Sagenwelt bekannte Bild von Atlas, der das Gewicht der Welt auf seinen Schultern trägt, evoziert.

Denn Generationen von Star Wars-Fans warteten sehnlich auf den siebten Teil der Sternen-Saga. Und nichts konnte größer sein als die Erwartungen an die Fortsetzung der Legende. Es wurde viel spekuliert – sowohl, was den Inhalt des Films angeht, vornehmlich die neuen Charaktere und die Schicksale der altbekannten, als auch darüber, ob es dem für seine Zeichentrickfilme bekannten Disney-Konzern gelingen würde, die Authentizität der Vorlage beizubehalten.

Roboter BB-8 und die junge Heldin Rey sollen in Zukunft den Kultroboter R2-D2 und Prinzessin Leia ersetzen. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Roboter BB-8 und die junge Heldin Rey sollen in Zukunft den Kultroboter R2-D2 und Prinzessin Leia ersetzen. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

So viel sei gleich verraten: Disney hat einen cleveren Weg gefunden, Star Wars VII zu dem zu machen, was die weltweite Fangemeinde erhofft hat: Ein Generationentreffen der alten Helden und der zukünftigen Protagonisten weiterer Folgen. So werden durch „Das Erwachen der Macht“ sowohl die Fans der ersten Stunde als auch Jedi-Padawane angesprochen.

Das Problembewusstsein war da, denn manche Kritiker waren seinerzeit enttäuscht, dass Episode I bis III nicht nahtlos an die Original-Trilogie anknüpften. Disney, Hüter über den heiligen Gral des Entertainments, wollte daher mit dem firmeneigenen Debüt alles richtig  machen.

Das Ergebnis ist vor allem eine Hommage an die Original-Trilogie, doch werden auch neue Fäden geknüpft, die in Zukunft weiter gesponnen werden sollen …

Wer sitzt denn da im Millennium Falcon? (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Wer sitzt denn da im Millennium Falcon? (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Rey (Daisy Ridley) ist ein Mädchen vom intergalaktischen Lande. Groß geworden auf dem Wüstenplaneten Jakku verschlägt es die Schrottsammlerin in die Weiten des Alls.

Ebenfalls neu im Star Wars-Tream: Finn (John Boyega). Der stieg bei den Sturmtrupplern aus und hat die Seiten gewechselt. Dass er einen Piloten des Widerstands befreit hat, mag eine noble Geste sein, doch bringt ihn das natürlich in Lebensgefahr.

Das frische Trio wird komplettiert von dem Roboter BB-8. Als dieser angekündigt wurde, dachten sich viele Fans: Warum um alles in der Welt und im Weltall braucht es einen weiteren Roboter, wo es doch mit R2-D2 und C-3PO bereits die bestmöglichen aller Kultfiguren gibt? BB-8 beantwortet diese Frage bereits innerhalb weniger Sekunden auf der Leinwand: Der charismatische Neuzugang eroberte die Herzen im Sturm.

Darth Vaders Azubi

Doch was wären Helden ohne Schurken? Als Darth Vader-Ersatz dient der finstere Kylo Ren (Adam Driver). Er hat es auf das dynamische Trio abgesehen. Bald sind Rey, Finn und BB-8 an vorderster Front im Kampf zwischen dem Bösen (neuerdings unter dem Namen First Order) und den Rebellen (heute neudeutsch als Widerstand bekannt).

Und dann kommen die Veteranen ins Spiel: Luke Skywalker ist verschwunden, als die Galaxis ihn am meisten braucht.

Doch mit Han Solo und Chewbacca machen sich die neuen Protagonisten auf zu einer verzweifelten Suche. Das Ziel ist ziemlich ambitioniert: die einzige Hoffnung auf Frieden in der Galaxis finden – und natürlich auch den verschollenen Sohn von Darth Vader …

Fin, Chewbacca und Han Solo in Not (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Fin, Chewbacca und Han Solo in Not (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Dass mit Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill die Original-Cast mit an Bord ist, macht für alte Fans einen Kindheitstraum wahr. Auch Chewbacca und das Kult-Duo R2-D2 und C-3PO sind dabei.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, wie zu erwarten war, Harrison Fords Auftritt. Der rüstige Rentner beweist mit Bravour, dass er noch immer die coole Socke ist, die Han Solo zur Kultfigur gemacht hat. Der Mix aus Weltraum-Pirat und Science Fiction-Westernheld ist eine der anziehendsten Filmfiguren aller Zeiten.

Das Verhältnis von Solo zu Prinzessin Leia basierte auf der Binsenweisheit „Was sich liebt, das neckt sich“. Das Erfolgsrezept geht auch heute noch auf. Die Begegnung des in die Jahre gekommenen Liebespaares ist eines der Highlights des Films.

Harrison Fords Wunsch geht in Erfüllung

Wir wollen nicht spoilern, doch ein kleiner Hinweis auf die Handlung: Harrison Ford konnte sich mit seinem Auftritt in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ durchsetzen, eine Idee für das Drehbuch zu realisieren, die er bereits mit George Lucas während der Arbeiten an der Original-Trilogie besprochen hatte.

Dieser jedoch hatte Fords Bitte seinerzeit abgeschmettert. In Teil VII setzte Ford sich offenbar endlich durch. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten …

Das Böse lauert im Wald - auch im modernen Märchen. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Das Böse lauert im Wald – auch im modernen Märchen. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Darth Vader gilt als Prototyp des ultimativen Bösewichts. Ein schwerer Start also für seinen Nachfolger. Wer hat das Zeug dazu, den dunklen Sith-Lord würdig zu vertreten? Disneys Antwort: Kylo Ren.

Ren und die finstere Erste Ordnung haben sich aus der Asche des Imperiums erhoben. Der Kampf zwischen Gut und Böse ist also noch längst nicht entschieden.

Der geheimnisumwitterte Dunkelmann trägt nicht nur einen Helm, sondern auch ein Geheimnis mit sich herum.

Und dieses Geheimnis hat es in sich – so viel sei, falls ein Leser den Film nicht bereits im Kino gesehen hat, verraten. Es ist übrigens nur einer von vielen Überraschungsmomenten, die „Star Wars VII: Das Erwachen der Macht“ zu mehr als einem bloßen Remake machen.

A New Hope

Adam Driver verkörpert Kylo Ren. Der aus „Gefühlt Mitte Zwanzig“ bekannte Schauspieler erweist sich als charismatisch genug, um das schwere Erbe anzutreten.

Letzteres gilt auch für Rey-Darstellerin Daisy Ridley und Finn-Mime John Boyega: Die Nachwuchs-Helden haben Potenzial und werden uns sicher noch des öfteren begegnen.

Fazit

„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ bietet alles, was man vom siebten Teil erhoffen konnte: ein Wiedersehen mit alten Freunden, neue Gesichter, natürlich wirkende Special Effects, eine tiefe Verbeugung vor dem Charme der Original-Weltraumoper und den augenzwinkernden Humor, der dem modernen Märchen selbst in seinen dunkelsten Momenten zu seiner positiven Botschaft verhilft: Die Macht ist mit jedem von uns, wenn wir es zulassen.

„Es ist wahr. Einfach alles… Die dunkle Seite, die Jedi – all das gibt es.“ Wenn Harrison Ford in seiner Paraderolle als Han Solo diese Sätze ausspricht, hallt das in den Köpfen und Herzen der Zuschauer noch lange nach dem Abspann nach.

Disney hat alles richtig gemacht. Nicht nur, weil unter keinem einzigen Helm Micky Maus steckte.

Auf DVD und Blu-ray

cover

Kaufstart: 28. April 2016
Originaltitel: Star Wars: The Force Awakens
Genre: Action
Produktionsland/-jahr: USA / 2015
FSK: ab 12 Jahren
Lauflänge: 738 Minuten

Bonusmaterial auf Blu-ray 

Das 2-Disc-Set enthält:

• Die Geheimnisse hinter „Das Erwachen der Macht“
• Drehbuchlesung der Schauspieler
• Kreaturen erschaffen
• Die Entwicklung von BB-8
• Der Lichtschwert-Kampf im Schnee
• ILM: Die visuelle Magie der Macht
• John Williams: Die siebte Sinfonie
• Zusätzliche Szenen
• UNICEF-Initiative „Force For Change“

Alle Fotos © 2016 & TM Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.