Rückkehr der Rennlegende: Need For Speed

Der Rausch der Geschwindigkeit geht in die nächste Runde. (Foto: EA)

Der Rausch der Geschwindigkeit geht in die nächste Runde. (Foto: EA)

Man sollte mit derart bedeutungsschwangeren Begriffen wie „Legende“ sparsam umgehen, doch in diesem Fall lässt sich ohne Übertreibung sagen: Die Rennspiel-Reihe Need For Speed ist legendär.

1994 begann die Erfolgsgeschichte der Spielserie Need For Speed. Das gleichnamige Debüt setzte mit temporeichem Gameplay und Grafik auch Benchmark-Niveau neue Maßstäbe. Kein Wunder also, dass die Spieler schnell ein Bedürfnis nach Geschwindigkeit entwickelten, welchem sie in der virtuellen Welt ungebremst frönen konnten.

Besondere Merkmale der NFS-Serie: zum einen der Reiz des Verbotenen. Wurde das Auge des Gesetzes auf den verwegenen Fahrstil des Spielers aufmerksam, hefteten sich die Cops an seine Stoßstange. Besonders spannend: Per Funk konnte man den Kommentaren der Gesetzeshüter lauschen, die gefühlt in Echtzeit darüber berichteten, was der Spieler gerade Verkehrswidriges anstellte.

Der andere Mehrwert der Reihe: Tuning. Die mit Liebe zum Detail gestalteten Mobile optisch und fahrtechnisch aufzumotzen, ist ein besonderer Reiz für Jäger und Sammler mit Benzin im Blut.

Die Reifen werden neu gemischt

Traumauto: Lamborghini Huracán (EA)

Eines von vielen Traumautos im Fuhrpark: Lamborghini Huracán (EA)

21 Jahre nach dem Debüt erscheint mit „Need For Speed“ der jüngste Teil der Erfolgsstory. Der minimalistische Name ist eine bewusste Anspielung auf die Wurzeln der Serie. Natürlich hat auch der Reboot die Renn-Gene, die dem Debüt seinerzeit zum Erfolg verhalfen hatten.

Mit den technischen Möglichkeiten von heute allerdings wird die Story optisch spektakulärer erzählt. Das beschränkt sich nicht nur auf die fotorealistische Darstellung der Wagen: In den Zwischensequenzen sehen wir echte Schauspieler agieren.

Die Handlung erleben wir dabei in „Egoperspektive“, quasi mit den Augen des Protagonisten.

Ort des temporeichen Geschehens: Ventura Bay. Ein abwechslungsreicher Spielplatz für Vekehrsrowdies, der neben den urbanen Kulissen dicht bebauter Stadtviertel auch weitläufige Landstraßen in den Hügen über der Stadt zu bieten hat.

Wenn der Rest der Stadt schläft, taucht die mobile Untergrundszene auf und verwandet die Straßen in illegale Rennstrecken. Dass es in der Metropole von Cops nur so wimmelt, ist in der virtuellen Welt kein Problem, sondern ein zusätzlicher Thrill.

Autoerotische Sinnlichkeit

Kultauto aus der Muscle Car-Ära: Ford Mustang (Foto: EA)

Kultauto aus der Muscle Car-Ära: Ford Mustang (Foto: EA)

In der Sandbox-Welt von Need For Speed kann jeder Spieler seinen eigenen Weg gehen und dabei verschiedene, ineinander verzahnte Geschichten hautnah erleben.

Aus einem vielversprechenden Nachwuchstalent wird so ein rassiger Raser – und eine Ikone der Untergrundszene. Um diese Ziellinie zu passieren, muss man allerdings erst den fünft amtierenden Straßenmeistern beweisen, ob man wirklich mit Bleifuß ausgestattet ist.

Zusammen mit den von Schauspielern gemimten Autonarren taucht der Spieler tief in die von illegalen Straßenrennen und passioniertem Feinschliff geprägte Auto-Subkultur ein.

Fünf Strategie-Varianten stehen zur Wahl, um jeden Spielertyp anzusprechen: Speed, Style, Schrauber, Crew und Outlaw.Jeder dieser Wege führt zum Ziel. Wer seinen Ruf als Renn-As aufbaut, kann als Belohnung auch seinen Fuhrpark erweitern und die eigenen Karren umstylen, upgraden und individualisieren.

Customizing-Fans können sich dabei nach Herzenslust austoben und sich komplett in der Styling-Welt der Garage verlieren. Wer darauf keinen Wert legt, kann aber auch sofort weiterrasen.

Was das Feintuning in Sachen Handling angeht, haben Spieler ebenfalls die Wahl, selbst mit Expertise Hand anzulegen oder sich aufs eigentliche Fahren zu konzentrieren und den Rest der K.I. zu überlassen.

Kolbenfresser oder Traum-Bolide?

Die Möglichkeiten, das eigene Traumauto mit Hilfe von Optik- und Leistungstuning zu pimpen sind vielfältig und machen Laune. Auch die Realfilm-Zwischensequenzen halten Spieler bei der Stange – auch wenn die Story und die Charaktere dabei eine im Vergleich zur Tiefe von GTA V untergeordnete Rolle spielen.

Das ist keine Kritik, sondern lediglich eine Beobachtung, denn Need For Speed bleibt seiner Kernkompetenz in Sachen Gameplay treu – dem Racing Game-Genre.

Die Optik der Wagen ist vom Feinsten. Auch die Kulissen, die zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen ihren Charme entfalten, sind ein Traum. Die coole Mucke trägt ebenso zur Atmosphäre bei.

Wer auf Renn-Simulationen mit ultrarealistischem Handling steht, ist mit anderen Spielen besser aufgehoben. Wer dagegen eine Story als Rahmenhandlung und den Open-World-Ansatz zu schätzen weiß und etwas mit der Tuning-Kultur anfangen kann, wird dem Geschwindigkeitsrausch des neuen Need For Speed verfallen.

Obendrauf gibt es noch die Möglichkeit, sich Wettrennen mit der Polizei zu liefern – ganz wie in alten NFS-Zeiten …

Details

nfs-cover-eaPublisher: Electronic Arts
Entwickler: Ghost Games
Genre: Action-Rennspiel
Release: 5. November 2015
USK: ab 12
Plattformen: Xbox One, PlayStation 4, PC

Mehr: NeedforSpeed.de