Fun Facts: Hinter den Kulissen von Star Wars

Hinter den Kulissen von Star Wars: Team-Foto mit Regisseur J.J. Abrams in der Mitte (Foto: Disney/© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.)

Hinter den Kulissen von Star Wars: Team-Foto mit Regisseur J.J. Abrams in der Mitte (Foto: Disney/© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.)

Zum Blu-ray- und DVD-Start von „Star Wars VII: Das Erwachen der Macht“ präsentieren wir erstaunliche Fakten, die selbst eingefleischte Fans der Sternen-Saga überraschen werden – insbesondere in Hinblick auf den siebten Teil, aber auch bezüglich der älteren Folgen des des Weltraummärchens.

1977 wurde eine Legende geboren

Am 27. Mai 1977 startete George Lucas’ „Star Wars“ in den US-Kinos, hierzulande noch unter dem Titel „Krieg der Sterne“. Niemand ahnte damals, welchen Einfluss die effektreiche Weltraumoper ausüben würde. Nicht nur auf das damalige Publikum, sondern auch auf die folgenden Generationen.

So sicherte sich der Film zehn Oscar-Nominierungen und läutete sowohl die Geburtsstunde der Filmeffekt-Branche als auch des Film-Merchandisings ein. Heute ist Star Wars für viele Menschen nicht nur eine Filmreihe, sondern ein Lifestyle.

Besonders bemerkenswert: George Lucas´ Filmidee wurde zunächst von mehreren Studios abgelehnt, bis er eines fand, dass seine Vision umsetzen wollte. Später zahlte ihm der Disney-Konzern ein Vermögen für die „Marke“ Star Wars.

Wieso hat der vierte Mai eine besondere Bedeutung für Fans?

Schuld daran ist ein Wortspiel. Das bekannte Zitat „Möge die Macht mit euch sein!“ heißt im Englischen: „May the force be with you!“ Den 4. Mai schreibt man auf Englisch als „May 4th“ – also „may the force …“

Luke wer?

Kennen Sie Luke Skykiller? In gewisser Weise ja. Er und Luke Skywalker sind ein und dieselbe Person. Der Weltraumritter sollte nämlich laut des ersten Entwurfs seines geistigen Vaters George Lucas eigentlich Luke Skykiller heißen.

In letzter Minute bekam Lucas Bedenken, der Beiname „Killer“ könne zu martialisch auf das Publikum wirken – so zumindest will es die Legende.

Der Ton macht die Musik

Zur Legendenbildung rund um die Star Wars-Saga tragen auch die Sounds bei. Spannend ist, wie diese entstanden sind, denn gerade bei der ursprünglichen Trilogie waren die technischen Möglichkeiten noch lange nicht so weit wie es die heutige Digitaltechnik erlaubt. Doch Not macht ja bekanntlich erfinderisch.

Die Jawas beispielsweise sprechen die Sprache der afrikanischen Zulu. Damit ihre Dialoge allerdings außerirdisch wirken, wurden sie beschleunigt abgespielt.

Um Chewbaccas tierische Wookiee-Stimme glaubhaft animalisch klingen zu lassen, wurden die Laute von Bären, Walrössern und Kamelen gemischt.

Der kreischende Laut eines Tie Fighter-Raumschiffes wurde ebenfalls durch eine wahrhaft abgefahrene Technik erzeugt: Gemischt wurde der Klang eines Autos, das auf nassem Asphalt unterwegs war, mit dem Trompeten eines Elefanten, das technisch verfremdet wurde.

Star Wars als Religion?

Zumindest in Australien hat Star Wars das Zeug zur Religion. Zumindest in einem augenzwinkernden Sinne: Als Protest gegen ihre Regierung und deren Volkszählung im Jahr 2001 gaben über 70.000 Australier als Religionszugehörigkeit „Jediismus“ an.

Für immerhin 5.000 der Befragten war die Antwort Ernst gemeint: Die Jediisten, für die Star Wars eine Religion ist, gibt es wirklich. Übrigens: Auch bei Volksbefragungen in Großbritannien, Nordirland und Tschechien gaben Tausende den Jediismus als Religion an. Wie viele dieser Jedi-Jünger diese Aussage auch außerhalb von ungeliebten Befragungen ernst meinen, bleibt natürlich im Dunklen.

Das Wirtschaftsimperium schlägt zurück

Das „Forbes Magazine“ nannte die Star Wars-Reihe das finanziell erfolgreichste Filmprojekt aller Zeiten.

Das lag nicht nur an den klingenden Kinokassen, sondern zu einem nicht zu unterschätzenden Teil auch am Verkauf von Merchandising-Produkten. Die Gewinne durch Lizenzen für Spielzeug, Bettwäsche und Co wurden schon im Jahr 2005 auf 20 Milliarden Dollar geschätzt – Tendenz steigend.

Harrison Ford war zweite Wahl

Was haben Kurt Russell, Nick Nolte, Christopher Walken, Jack Nicholson, Al Pacino, Chevy Chase, Steve Martin und Bill Murray gemeinsam? Sie alle waren in der engeren Auswahl für die Rolle des Han Solo.

Glaubt man der Star Wars-Legendenbildung, sollte Harrison Ford den Bewerbern nur beim Vorsprechen helfen. Die Überzeugungskraft des jungen Mannes soll jedoch so charismatisch gewesen sein, dass er selbst den Job bekam. Wie wichtig dies für seine Karriere werden sollte, konnte damals niemand ahnen.

Carrie Fishers Karriere begann übrigens auf die gleiche Weise, denn Prinzessin Leias Part sollte die junge Jodie Foster mimen. Die war allerdings bereits anderweitig vertraglich gebunden – zum Glück für Fisher.

Star Wars ist museumsreif!

Der Louvre ist vor allem als Heimat der Mona Lisa und der Venus von Milo bekannt. Im Jahr 2012 jedoch wurde das Pariser Museum auch zum Anziehungspunkt für Science Fiction-Fans: Eine Ausstellung präsentierte rund 450 Star Wars-Merchandising-Produkte – darunter die ersten und seltensten Spielzeugfiguren.

Bekannter Verwandter

Der Schauspieler Denis Lawson ist zugegebenermaßen nicht der bekannteste Protagonist der Filmreihe. Waschechte Fans kennen ihn Pilot Wedges Antilles, der in der ursprünglichen Trilogie auf Seiten der Rebellen steht.

Was allerdings die wenigsten Leute ahnen: Lawson ist verwandt mit einem berühmteren Schauspieler aus Star Wars. Er ist der Onkel von Ewan McGregor, bekannt als Obi-Wan Kenobi in Episode I bis III.

Billige Tricks!

Selbst für einen Blockbuster wie „Episode I“ wird das Geld nicht zum Fenster hinaus geworfen. Statt das Geld für Hightech-Accessoires auszugeben, setzten die Designer beim Kommunikator von Qui-Gon Jinn auf billiges Equipment: ein Damen-Rasierer von Gilette wurde kurzerhand umgefärbt und umdekoriert. Und R2D2s Kopf? Der war im ersten Teil der Weltraum-Saga eine alte Waschmaschinentrommel, die halbiert wurde.

In „Episode V“ war einer der Asteroiden, die im finalen Film majestätisch über die Leinwand schwebten, ursprünglich nichts weiter als ein Schuh. Ein anderer „Asteroid“ war vor seiner künstlerischen Verfremdung eine Kartoffel.

Oscars und Himbeeren

„Krieg der Sterne“ (heute als Star Wars IV bekannt) war der strahlende Sieger bei den Academy Awards im Jahr 1978: Gleich sieben Oscars gingen an George Lucas´ visionäres Epos.

Die neue Trilogie (Episode I bis III) wurde zwar für den Oscar nominiert, ging aber leer aus. Stattdessen gewann Anakin Skywalker-Darsteller Hayden Christensen sowohl für seine Leistung in Episode II (2003) als auch in Episode III (2006) einen Preis. Allerdings einen, den kein Schauspieler freiwillig haben möchte. Die berühmt-berüchtigte Goldene Himbeere kürt schlechte Leistungen.

Hayden Christensen bekam zwei mal die zweifelhafte Ehre, in der Kategorie „Schlechtester Nebendarsteller“ gewählt zu werden.

Insidergags zwischen George Lucas und Steven Spielberg

In “Star Wars: Episode I“ besteht eine Gruppe im Galaktischen Senat aus Verwandten des extraterrestrischen Filmhelden, den Steven Spielberg weltberühmt gemacht hat:  „E.T. der Außerirdische“.

Wer nicht genau hinsieht, erkennt diese Anspielung beim ersten Sehen des Films nicht. Mit dem kleinen Gastauftritt von E.T. bedankte sich George Lucas augenzwinkernd bei seinem Kollegen Spielberg. Der hatte nämlich seinerseits in „E.T.“ einige Hinweise auf Star Wars eingebaut.

Beide Regisseure teilten sich zudem einen ihrer wichtigsten Darsteller: Harrison Ford ist schließlich nicht nur als Han Solo bekannt, sondern auch als Indiana Jones. Bei den Filmen über den Action-Archäologen arbeiteten Spielberg und Lucas zusammen. Regie führte Steven Spielberg, Produzent war George Lucas.

Einen Insider-Gag konnten sich die beiden sympathischen Kindsköpfe auch hier nicht verkneifen: Ein Restaurant im Film “Indiana Jones und der Tempel des Todes“ heißt: Club Obi Wan.

Wollte Han Solo Selbstmord begehen?

Hätte Harrison Ford seinen Willen bekommen, wäre Han Solo spätestens in Episode V gestorben. Das hatte er George Lucas bei den Dreharbeiten vorgeschlagen. Fords Intention: Er dachte, diese Wendung würde seinem Charakter mehr Tiefe verleihen. Der Regisseur war – wie Filmkenner ahnen – dagegen.

Ford wollte weiterhin fort: Auch bei „Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ versuchte er, Lucas zum Ableben des Weltraumpiraten zu überreden. Vergeblich. Der Rest ist Geschichte …

Regisseur J.J. Abrams bei einer Leseprobe mit den Helden seiner eigenen Jugend und dem schauspielerischen Nachwuchs. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

Regisseur J.J. Abrams bei einer Leseprobe mit den Helden seiner eigenen Jugend und dem schauspielerischen Nachwuchs. (Foto: Disney/© 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved)

So klein und schon bei den Ewoks?

Die Erfindung der an Teddybären erinnernden Ewoks aus „Episode VI- Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ war aus der Not geboren. Ursprünglich sollten die Protagonisten nämlich Wookies sein. Der Plan scheiterte jedoch daran, dass nicht genug Darsteller mit der dafür nötigen hünenhaften Statur gefunden wurden. Kleinwüchsige waren deutlich schneller organisiert.

Keine Kosten und Mühen gescheut

Star Wars war schon immer eine Filmreihe der Superlative. Auch für „Star Wars VII: Das Erwachen der Macht“ wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um erneut eine Referenz auf der Leinwand zu erschaffen, die die Messlatte für andere Filme höher hängt.

Ein Beispiel: Die Kostümabteilung beschäftigte 110 Leute, die sich neben den Outfits der Haupt- und Nebenfiguren auch um rund 700 Statisten kümmerten.

Fans werden Stormtrooper

Um die große Zahl der Sturmtruppler auf der dunklen Seite der Macht glaubhaft darstellen zu können, rekrutierten die Filmemacher auch Fans. Nicht irgendwelche Star Wars-Liebhaber allerdings, sondern echte Experten – Mitglieder der 501st Legion.

Die 501st Legion ist ein Kostümverein von Star Wars Fans, die nicht nur in den USA, sondern weltweit vernetzt sind. Zu den 59 weiteren Ländern zählt auch Deutschland. Viele Mitglieder der deutschen Abteilung der 501st sieht man beispielsweise Jahr für Jahr bei Massenevents wie den Star Wars-Tagen im Legoland.

Wiedersehen mit alten Freunden

Harrison Fords Kontakt zu Regisseur J.J. Abrams begann nicht erst mit den Dreharbeiten zu „Das Erwachen der Macht“. Sie reicht 25 Jahre zurück. Damals schrieb der junge J.J. Abrams das Drehbuch zu „In Sachen Henry“.

Ford spielt darin die Hauptrolle.

Es bleibt in der Familie

Carrie Fishers Tochter Billie Lourd spielt in „Das Erwachen der Macht“ mit, wenn auch nur in einer kleinen Rolle. Sie versieht in der Rebellenbasis ihren Dienst.

Auch J.J. Abrams’ Vater und Schwiegervater absolvieren Cameo-Auftritte. Abrams lud auch Oscar Isaacs von Star Wars begeisterten Onkel ein, mitzumischen. Eigentlich war dieser nur da, um den Dreh zu besuchen, doch er bekam prompt eine Statistenrolle in der Dorfszene.

Eine alte Tradition: In „Episode III – Die Rache der Sith“ spielt George Lucas selbst mit, wenn auch nur in einer äußerst kurzen Szene: Als Weltall-Baron steht der Kultregisseur im Opern-Foyer. Erkennen wird ihn allerdings niemand, der das nicht weiß, denn sein Gesicht ist blau geschminkt und auch sein futuristischer Hut lenkt ab.

Der fleißigste Schauspieler? C-3PO!

Wie der Schauspieler Anthony Daniels aussieht, wissen nur Hardcore-Fans, denn auf der Leinwand sieht man ihn nur versteckt hinter einem Panzer aus Gold. Richtig, er spielt den Roboter C-3PO.

Und das schon sehr lange – Daniels ganz besondere Leistung: Als einziger Darsteller war er an allen sieben Star Wars-Filmen beteiligt.

Retro-Charme

Zu den größten Kritikpunkten an Episode I bis III zählte der massive Einsatz von digitalen Tricks. Regisseur und Star Wars-Fan J.J. Abrams aber wollte das Gefühl der Originalfilme erneut heraufbeschwören, mit denen er groß geworden ist.

Er entschied sich deshalb dazu, Filmtechniken aus den 1970er und 1980er Jahren einzusetzen. Will heißen: Anstelle von CGI ließ er echte Kulissen und Fahrzeuge bauen, reale Drehorte finden und echt bewegliche, dreidimensionale Kreaturen zu bauen.

Neben der Entscheidung, 85 Sets zu bauen und Green Screen nur sparsam einzusetzen, griffen die Filmemacher auch auf traditionelle Herstellungstechniken für Requisiten zurück. In den 1970er Jahren nutzten viele Requisiteure und Ausstatter eine Methode namens „Kit Bashing”.

Zuerst werden Skizzen angefertigt, woraufhin die Modellbauer anschließend haufenweise Modellbau-Plastiksätze von Panzern und Kriegsschiffen auseinandernehmen, um die Modelle damit auszustatten. Also heuerte man Modellbauer an und belebte die lange vergessene Tradition des Kit Bashings neu.

Zeitreise für Kameramänner

Regisseur J.J. Abrams und sein Chefkameramann Dan Mindel drehten das Rad der Zeit auch in anderer Hinsicht zurück. Zur Verwendung kamen moderne Versionen der damals üblichen Kameralinsen zur Anwendung, ebenso Materialien und Techniken aus der Ära von George Lucas.

Auf Film gedrehtes Material sieht gänzlich anders aus als Digitalaufnahmen, da das Material von Szene zu Szene in Körnigkeit und Stimmung variiert.

Dennoch verbanden die Macher von Star Wars VII traditionelle Filmtechniken mit den Vorzügen der heutigen Technik. Sie kombinierten visuelle Effekte von Industrial Light & Magic mit Motion Capture und nutzten, insbesondere bei den Wüstenaufnahmen, die IMAX-Technologie.

Importierter Sand statt Weltreise

Der Hangar des Sternenzerstörers ist eine riesige Kulisse mit 38 Meter Höhe.

Apropos Kulisse: Bei vielen Star Wars Fans dürfte auch das Dorf Jakku vage Erinnerungen an Tatooine hervorrufen, wo wir vor vielen Jahren den jungen Luke Skywalker kennenlernen durften. Doch während die anderen Wüstenaufnahmen für Star Wars: Das Erwachen der Macht in den Dünen von Abu Dhabi entstanden, entschieden sich die Filmemacher dafür, Jakku in einer Halle der Pinewood Studios zu errichten. Dafür ließen sie 1.200 Tonnen Sand zum Set transportieren.

Es werde Licht!

Die Lichtschwerter von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ wurden speziell angefertigt, um tatsächlich zu leuchten, anstatt digital animiert zu werden. Die Gestalter ließen sich zwei Varianten einfallen: Die Helden-Ausgabe und die Stunt-Version. Letztere leuchtet mit 3.000 LEDs, in die Helden-Version sind etwa 9.000 LEDs eingebaut.

Zusammengerechnet setzten sich die Sets zu „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ aus etwa 15 Kilometern Kabeln, 30.000 LED-Lichter und einer Unzahl von Plastikteilen zusammen. Von Waschmaschinen-Teilen über Korkenzieher bis hin zu Rattenfallen wurde einiges an Material zweckentfremdet, um die Weltraum-Optik auch ohne übertriebenen Einsatz von CGI perfekt zu machen.

Abu Dhabi – lebensfeindlich wie ein fremder Planet?

Die Drehs in Abu Dhabi waren die herausforderndsten. Zumindest für die Menschen in den Kostümen. Die Temperaturen dort klettern regelmäßig auf über 50°C. Daher hatte die Gesundheit der mehrere Hundert Personen umfassenden Crew oberste Prämisse.

Jede „Kreatur” bekam ihren eigenen Assistenten, der stets Wasser und Ventilatoren bei sich trug. Man hatte für reichlich Vorrat gesorgt, so dass die Crewmitglieder je etwa 26 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung hatten.

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Fotos: © 2015 Lucasfilm Ltd. & TM. All Right Reserved