DIE GESCHICHTE DER SCHOKOLADE IST EINE GESCHICHTE VOLLER MIßVERSTÄNDNISSE...
(Moderation auf M94,5 Radio)

Trotz aller Klischees über die Sinnleere deutscher Schlagertexte - eins muß man zumindest einem davon zugestehen: Er fasst alles, was man über Schokolade wissen muss in einem lakonischen Satz zusammen: "Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann".
Ersatzbefriedigung ist also die geheime Motivation für das süße Sündigen! Für die einen ist es Duplo, für die anderen der kleinste Phallus der Welt!

So schwer zu decouvrieren ist diese Funktion der Schokolade nun wirklich nicht - nicht umsonst sagt man von einer interessanten Person, sie sei "süß", nicht umsonst nennt so mancher Frankophile seine Schokolade liebevoll "Mon Cherie". Sperma und Schokolade - beides ist klebrig und beide Worte beginnen mit dem Buchstaben "s" - Linguisten nennen das ´Alliteration´, die normalen Menschen nennen es ´Zufall´.

Nachts um halb eins in Deutschland - Zeit für...Knoppers? - Wohl kaum...Wer keinen fleischlichen Partner hat, gibt sich die Kugel, im Idealfall aber nur die von Ferrero Rocher. Ein Trost bleibt: die Kompensation der mangelnden ganzkörperlichen Genüsse durch Schokoladekonsum hat den Vorteil, das es keine Kinderüberraschung geben kann - in diesem Punkt beschränkt sich die Parallele auf den mit der Lust eventuell einhergehenden dicken Bauch.

Wem gute Freunde kein Küßchen geben (-geschweige denn zwei), der kann sich als Ersatz seine orale Befriedigung beim Schokoladenkuchen holen. Wer sein Herz verloren hat, kauft sich einfach ein Lebkuchenherz und die Welt ist wieder so bunt wie Smarties. Und wenn die Angebetete einen nicht an die Milchdrüsen lässt, wird aus der süßen Traumfrau schnell eine blöde Kuh und als Ersatz für das Glück bleiben die süßen Milchprodukte der glücklichen lila Kuh.

Also dann, süße Träume - und vergesst nicht: Guten Freunden gibt man ein Küsschen!