HERBERT GRÖNEMEYER
Der Mann mit dem goldenen Knödel im Hals ließ uns 1993 im CHAOS zurück und bis dato auf ein neues Studio-Album (und ein neues Presseinfo für die Zunft der Schreiberlinge!) warten. Und während sich Gröhle-Meyers Gegner in dieser Zeit dachten ´KEIN VERLUST´, fragen sich die zahlreichen Fans ´WAS SOLL DAS?´
Eine Verschnaufspause sei jemandem, der sich beim
Singen so lautstark verausgabt, natürlich vergönnt, aber die lange Wartezeit
bietet natürlich auch Stoff für wildeste Spekulationen: Lähmt der ALKOHOL
Herberts musikalische SPRÜNGE? Hat er durch den LUXUS, den ihm die gleichnamige
CD bescherte, finanziell ausgesorgt? Oder hat er sich sein Motto KINDER AN DIE
MACHT zu sehr zu Herzen genommen und das Charts-Feld den Boygroups überlassen?
Nun schaltet der Ruhrpott-Barde in der Gerüchteküche eigenhändig den Herd aus: Das Warten auf das neue Album hat am 21. April ein Ende und alles was noch zu fragen bleibt, ist die Frage, die man sich vor jeder Grönemeyer-Scheibe gestellt hat: BLEIBT ALLES ANDERS?
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MASSIVE ATTACK
Vor ein paar Jahren machte eine vom Hip Hop kommende Band aus Bristol einen interessanten Fund: Der "Bristol Sound" - auch Trip Hop gennant - ist die Entdeckung der Langsamkeit in der Musik. Massive Attack bewiesen damit, daß "langsam" nicht zwingend "langweilig" bedeuten muß.
Mit Baßtönen so tief wie der Mariannengraben, weiblichen Engelsstimmen, sanft gehauchtem Rap, spherischen Flächensounds und "tricky" Beats wurden sie zu einer der einflußreichsten Bands der neunziger Jahre. Diese massive Attacke auf vertraute Hörgewohnheiten als Chill Out-Sound abzutun, würde der Sache nicht gerecht werden: Obwohl Massive Attack tempomäßig zwei Gänge runterschalten, erwartet den geneigten Hörer, der mit geneigtem Kopf andächtig lauscht, kein seichtes Geplätscher, sondern eher ein rauschender Wasserfall. Der ideale Soundtrack für den selbstgedrehten Erotikfilm mit dem Partner daheim - und der wird auch prickelnd, wenn dabei die Kamera nur im Kopf ist.
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HELGE SCHNEIDER
Lust auf ein Tässchen Tee mit dem Klapperstrauß?
"Wieso eigentlich immer Tee? Bring mir doch mal ein ´L´ oder ´M´!" - Das ist Helge Schneider-Humor. Während die Meinungen über dessen Spaßgehalt in Prozent und über den Modegeschmack des Ruhrpott-Barden mehr auseinandergehen als Günter Strack, ist man sich einig, daß er musikalisch was auf dem Kasten hat - Gemeint ist der große Kasten mit den weißen und schwarzen Tasten, auf dem Helge während seiner Solo-Tour einhämmert.
Die "singende Herrentorte" ist im
Übrigen der einzige Pianist der Welt, der so virtuos ist, daß er den Flügel
auch noch in der Luft rechts von der Klaviatur weiterspielen kann! Jedes Konzert
des
selbsternannten "Tastengottes" ist anders, denn er ist nicht nur am
Klavier ein Meister der Improvisation, sondern auch in den Ansagen. Der Beweis
für die Spontanität dieser querdenkerischen Geistesblitze ist, daß Helge
teilweise selbst am meisten über seine Witze lacht - das sind die Höhepunkte
der Live-Auftritte.
Auf der aktuellen CD "Helge live" findet sich unter anderem
Wissenswertes über Johann Wolfgang von Beethoven (!), die grausame Wahrheit
über Schwedenhappen, Sozialkritisches in bester Liedermacher-Tradition über
einen Pflaumenbaum, eine Elvis-Parodie, in der Schneider noch echter klingt als
das Original und Titel wie "Hör auf zu regnen".
Wer es dem Entertainer gleichtun will, kann sich seine Tasse Tee mit auf´s Konzert nehmen. Aber sagen Sie dann nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt, wenn Sie sich die heiße Brühe vor Lachen über das Hosenbein schütten!
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ART
OPEN AIRS:
DRACULA, AIDA, CARMINA BURANA
Die Veranstalter der Art Open Air-Tournee preisen dieses Projekt mit Verdis Aida, Orffs Carmina Burana und dem Fantasy-Musical Dracula als "Monumentales Musikereignis".
Diese Formulierung klingt hochtrabend, hat aber in
diesem Fall absolute Berechtigung: Als wäre das eigentliche Motto "Das
Auge hört mit", werden die bombastischen Klänge in ebensolche Bühnenbilder
umgesetzt - Für Aida baute man eine Pyramide, für die die alten Ägypter wohl
ein paar Jahrzehnte gebraucht hätten. 400 Mitwirkende, edle Kostüme und Verdis
romantisch-
sinnliche Musik sorgen dafür, daß die Zuschauer das Gefühl haben, in einer
Zeitmaschine gereist zu sein.
Die Dramatik von Carl Orffs Schololaden-Soundtrack (und natürlich dem Rest von
Carmina Burana) wird optisch adäquat mit einem 22 Meter hohen Bühnenturm,
Gauklern, Tänzern, Feuerbildern und Großprojektionen dargestellt. Für beide
Events engagierte der im doppelten Sinne engagierte Dirigent und Regisseur
Walter Haupt das Orchester, den Chor und das Ballett des Nationaltheaters Brünn
und Solisten von den großen Opernhäusern Europas.
Der von Bram Stoker geschaffene Mythos vom blutrünstigen Grafen Dracula ist so unsterblich wie ein Vampir und wird hier präsentiert als schaurigschöne Liebesgeschichte, die durch die spektakulären Effekte mit Coppolas Verfilmung mithalten kann. Uwe Ochsenknecht, der als Dracula aussieht wie ein an Anämie leidender Hermes Phettberg und Helen Schneider als Mina sind die Hauptprotagonisten des Stückes.
Die verwendete Tonanlage für die drei Veranstaltungen ist die derzeit weltweit marktführende. Falls jemand mit dem Gedanken spielt, damit seine Gartenparty zu beschallen: Kostenpunkt für ein Wochenende ist 150 000 DM... Billiger kommt da ein Abend bei einem der Art Open Air-Events: Tickets kosten von 44 DM bis 285 DM.
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ROCKPALAST SPECIAL
Es war einmal ein König, namens Rock, der lebte in seinem prächtig geschmückten Rockpalast...
Allen Hofnarren hatte er schon längst Narrenfreiheit gegeben, seine Königin hatte einen in der Krone, der kleine Prinz arbeitete im nachbar-Königreich als Kronleuchter und er langweilte sich gar schrecklich, so ganz alleine. Der Hamburger royal schmeckte ihm nicht mehr und selbst seine Krönung kam ihm vor wie kalter Kaffee.
Doch wie groß war seine Freude, als er erfuhr, daß fahrende Spielleut´ um seine Audienz ersuchten! Als da wären: Die Mannen von Santana und Tito & Tarantula, die holden Prinzessinnen Meredith Brooks und Heather Nova, die Barden von Matchbox 20 und andere.
Der ganze Hofstaat ist natürlich herzlich eingeladen, bei der Loreley-Freilichtbühne St. Goarshausen König Rock und seinen weitgereisten Minnesängern zu huldigen.