(Auszüge)


Wo muss ich unterschreiben?
(Wie werde ich Rennfahrer?)

Okay, Golf ist eine ungefährlichere Sportart. Aber abgesehen von der Möglichkeit, dass du mit 350 Stundenkilometern in eine Betonwand rast, spricht eine Menge für den Einstieg in die Königsklasse des Motorsports: Du fährst die besten Sportwagen der Welt, Frauen wie Katie "Jordan" Price stehen vor deiner Umkleide Schlange und für den Sieg bekommst du mehr Geld als du jemals ausgeben kannst. Dafür, dass du ein paar Mal im Kreis fährst.
Überzeugt? Dann stellt sich nur noch die Frage, wie du den Quantensprung vom Kettcar deiner Kindheit in einen 850 PS–Boliden schaffst. Du kannst natürlich für 200 Millionen Mark deinen eigenen Rennstall aufmachen. Einfacher ist es so:

1. Übe auf der Go-Kart-Bahn!
„Viele Fahrer beginnen ihre Karriere bei den Go-Karts.“, bestätigt Eddie Irvine. Michael Schumachers Eltern setzten ihr vierjähriges Wunderkind in ein Kart, nachdem Michael oft genug mit dem Kettcart gegen die Straßenlaternen gefahren war. Heinz-Harald Frentzen durfte angeblich schon mit drei Jahren ans Steuer von Papas Mercedes. „Es ist nie zu früh. Wer erst mit 20 auf die Idee kommt, Rennfahrer werden zu wollen, für den ist es zu spät.“, meint Harald Demuth von der ADAC Kart-Schule.

2. Arbeite dich hoch!
Gemeint ist nicht die Besetzungscouch, sondern Nachwuchsserien, in denen du Erfahrungen sammeln kannst. Die preisgünstigste Möglichkeit: die Kartserie des ehemaligen Tourenwagen-Piloten Jörg van Ommen. Wenn du gut bist, rechnet sich das schnell: Eine Saison kostet dich inklusive Kart höchstens 35 000 Mark – bei Preisgeldern in Höhe von 170 000 Mark. Alternativen sind der VW Lupo Cup (Aufstiegschancen in die DTC, Deutsche Tourenwagen Challenge und DTM, Deutsche Tourenwagen Meisterschaft, oder der BMW ADAC Formel Junior Cup (Aufstiegschancen in die Formel 3). "Ein Nachwuchspokal ist die beste Möglichkeit, Talente zu finden", sagt der ehemalige Deutsche Rallyemeister und jetzige SEAT-Sportteamchef Erwin Weber. Trotzdem: Eigeninitiative ist gefragt. Wenn du aus dem Junioralter (16 Jahre) raus bist, wendest du dich an eine Rennfahrerschule wie Zakspeed oder die Formelschule von BMW und ADAC.

3. Sei reich oder such dir einen Sponsor!
Wenn du nicht eine 101-jährige, herzkranke Ex-Filmdiva geheiratet hast, solltest du dir einen Sponsor suchen. „Motorsport kostet eine Menge Geld. Wenn man keines hat, kann man auch nicht fahren. Und es reicht nicht, schnell Autofahren zu können. Man muss sich selbst vermarkten“, erklärt Ex-Rallyeprofi Weber. Du weißt, dass du gut bist. Die Geldgeber aus der Industrie nicht. Also fang nicht bei Coca Cola an, sondern beim Autohändler in deiner Kleinstadt. Und knüpfe Kontakte zur Presse. Ein paar Tausender ist es deinem Sponsor wert, wenn sie ihr Firmenlogo auf deinem Auto auf der Titelseite des Regionalteils sehen.

4. Und dann?
Nach der Juniorphase kommt die Formel Drei. Das ist der Countdown, der mit 1 aufhört. Dann zieh deine Kreise, bis du genug Kohle für den dritten Swimmingpool hast. Oder Katie Price. Ideale Voraussetzungen: Die Fahrtechnik von Michael Schumacher, der Sexappeal von Eddie Irvine und das Verhandlungstalent von Bernie Ecclestone.